Einordnung
Die Erwartungen an einen traditionsreichen Golfplatz von C. K. Cotton und John Harris, deren Handschrift wir bereits in Norditalien schätzen gelernt haben, werden im Venezia Golf Club nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. In Kombination mit dem kulturellen Reichtum Venedigs entsteht ein Golferlebnis, das weit über den reinen Sport hinausgeht. Der Platz ist ideal für Golf-Enthusiasten, die guten Gewissens einen halben Tag vom Trubel der Lagunenstadt abzweigen möchten.
Lage und Atmosphäre
Der Kontrast könnte kaum größer sein: Während sich rund um den Markusplatz Menschenmengen drängen, herrschen an der Südspitze des Lido di Venezia Ruhe, Etikette und eine entspannte, authentisch italienische Clubatmosphäre. Der Venezia Golf Club wirkt entschleunigend, fast aus der Zeit gefallen – ein Rückzugsort mit Charakter.
Historische Entwicklung
Das sandige, baumbewachsene Gelände wurde ab 1928 von Graf Volpi und dem schottischen Architekten Cruikshank zunächst als 9-Loch-Platz angelegt. Die heute noch sichtbaren Festungsbauten aus österreichischer Zeit prägen das Clubhaus und sorgen für ein ungewöhnliches Setup, etwa beim blinden Abschlag an Loch 9.
1951 erweiterten C. K. Cotton und John Harris den Platz auf 18 Löcher. Der sportliche Stellenwert zeigte sich früh: Italian Opens (1955, 1960, 1974) sowie die Senior Italian Open (2004–2007) wurden hier ausgetragen.
Architektur und Spielcharakter
Die schmalen Fairways schlängeln sich durch Pinien, Weiden und Maulbeerbäume. Bora- und Schirokko-Winde beeinflussen regelmäßig den Ballflug und machen sauberes Shotmaking unerlässlich. Auf einigen Bahnen begleiten blaue Pfauen das Spiel – ein skurriles, aber passendes Detail aristokratischer Golfgeschichte.
Die Grüns sind überwiegend klein, häufig leicht erhöht und intelligent verteidigt – durch Hügel, Wasserflächen oder klassische Bunker.
Loch 3, ein Dogleg-Par-4, überzeugt durch seine präzisen Anforderungen ans kurze Spiel.
Loch 8, ein doppeltes Dogleg, wird links vom Wasser und rechts von Baumbestand eingerahmt und verlangt konsequentes Course-Management.
Signature Holes
Besonders hervorzuheben ist das Par 3 an Loch 9: ein winziges, blind anzuspielendes Grün hinter einem Hügel, flankiert von historischen Festungsgebäuden. Die Reminiszenz an das Postage Stamp in Royal Troon ist offensichtlich – spielerisch wie optisch ein echtes Highlight.
Die Back Nine
Die zweiten neun Löcher sind spürbar länger und intensiver. Ein Dogleg entlang der Stadtmauer, ein s-förmiges Par 5 mit Wasserhindernissen und schließlich Loch 14, das spektakulär entlang der Lagune zur Adria verläuft – inklusive Blick auf vorbeiziehende Containerschiffe.
Die inoffizielle „Amen Corner“ beginnt ab Loch 16, wo Bäume und Bunker das Anspielen des Grüns erschweren. Loch 17 spielt mit optischen Täuschungen, bevor ein Dogleg zum tiefergelegenen Schlussgrün führt, das von der Restaurantterrasse aus beobachtet wird.
Pflegezustand und Gesamtbewertung
Der Pflegezustand ist eher naturbelassen als steril – was der Spielfreude keinen Abbruch tut. Im Gegenteil: Angesichts klimatischer Veränderungen wirkt dieses Konzept zukunftsweisend. Der Venezia Golf Club überzeugt durch seine starke Architektur, den außergewöhnlichen Baumbestand und die ruhige, leicht hügelige Landschaft. Ein Platz mit Seele – und ein absolutes Muss für Golfarchitektur-Liebhaber.
Einordnung
Die Erwartungen an einen traditionsreichen Golfplatz von C. K. Cotton und John Harris, deren Handschrift wir bereits in Norditalien schätzen gelernt haben, werden im Venezia Golf Club nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. In Kombination mit dem kulturellen Reichtum Venedigs entsteht ein Golferlebnis, das weit über den reinen Sport hinausgeht. Der Platz ist ideal für Golf-Enthusiasten, die guten Gewissens einen halben Tag vom Trubel der Lagunenstadt abzweigen möchten.
Lage und Atmosphäre
Der Kontrast könnte kaum größer sein: Während sich rund um den Markusplatz Menschenmengen drängen, herrschen an der Südspitze des Lido di Venezia Ruhe, Etikette und eine entspannte, authentisch italienische Clubatmosphäre. Der Venezia Golf Club wirkt entschleunigend, fast aus der Zeit gefallen – ein Rückzugsort mit Charakter.
Historische Entwicklung
Das sandige, baumbewachsene Gelände wurde ab 1928 von Graf Volpi und dem schottischen Architekten Cruikshank zunächst als 9-Loch-Platz angelegt. Die heute noch sichtbaren Festungsbauten aus österreichischer Zeit prägen das Clubhaus und sorgen für ein ungewöhnliches Setup, etwa beim blinden Abschlag an Loch 9.
1951 erweiterten C. K. Cotton und John Harris den Platz auf 18 Löcher. Der sportliche Stellenwert zeigte sich früh: Italian Opens (1955, 1960, 1974) sowie die Senior Italian Open (2004–2007) wurden hier ausgetragen.
Architektur und Spielcharakter
Die schmalen Fairways schlängeln sich durch Pinien, Weiden und Maulbeerbäume. Bora- und Schirokko-Winde beeinflussen regelmäßig den Ballflug und machen sauberes Shotmaking unerlässlich. Auf einigen Bahnen begleiten blaue Pfauen das Spiel – ein skurriles, aber passendes Detail aristokratischer Golfgeschichte.
Die Grüns sind überwiegend klein, häufig leicht erhöht und intelligent verteidigt – durch Hügel, Wasserflächen oder klassische Bunker.
Loch 3, ein Dogleg-Par-4, überzeugt durch seine präzisen Anforderungen ans kurze Spiel.
Loch 8, ein doppeltes Dogleg, wird links vom Wasser und rechts von Baumbestand eingerahmt und verlangt konsequentes Course-Management.
Signature Holes
Besonders hervorzuheben ist das Par 3 an Loch 9: ein winziges, blind anzuspielendes Grün hinter einem Hügel, flankiert von historischen Festungsgebäuden. Die Reminiszenz an das Postage Stamp in Royal Troon ist offensichtlich – spielerisch wie optisch ein echtes Highlight.
Die Back Nine
Die zweiten neun Löcher sind spürbar länger und intensiver. Ein Dogleg entlang der Stadtmauer, ein s-förmiges Par 5 mit Wasserhindernissen und schließlich Loch 14, das spektakulär entlang der Lagune zur Adria verläuft – inklusive Blick auf vorbeiziehende Containerschiffe.
Die inoffizielle „Amen Corner“ beginnt ab Loch 16, wo Bäume und Bunker das Anspielen des Grüns erschweren. Loch 17 spielt mit optischen Täuschungen, bevor ein Dogleg zum tiefergelegenen Schlussgrün führt, das von der Restaurantterrasse aus beobachtet wird.
Pflegezustand und Gesamtbewertung
Der Pflegezustand ist eher naturbelassen als steril – was der Spielfreude keinen Abbruch tut. Im Gegenteil: Angesichts klimatischer Veränderungen wirkt dieses Konzept zukunftsweisend. Der Venezia Golf Club überzeugt durch seine starke Architektur, den außergewöhnlichen Baumbestand und die ruhige, leicht hügelige Landschaft. Ein Platz mit Seele – und ein absolutes Muss für Golfarchitektur-Liebhaber.
2024














