Elvis lebt sagt man in der Musikbranche. Nach unserer Runde auf dem Heritage Course im Penati Resort würden wir sagen: Alister MacKenzie und Harry S. Colt leben auch noch.
Eigentlich sind wir keine Fans von Golfplätzen, die berühmte Löcher einfach nachbauen. Oft wirkt das aufgesetzt, World Tour Golf Links in Myrtle Beach ist da ein abschreckendes Beispiel. Aber hier in Penati ist es anders. Nach der Runde hatten wir das Gefühl: Wer hier gespielt hat, ist für andere Plätze ein Stück weit verdorben. Warum werden die Elemente der Altmeister nicht öfter studiert und sinnvoll eingebunden? Die Top-Architekten weltweit tun es längst.
Architektur und Shaping
Jonathan Davison war uns bisher kein Begriff trotz gut sortierter Golfarchitektur-Bibliothek. Umso bemerkenswerter, dass der kürzlich verstorbene Shaper Mick McShane , der als Michelangelo auf dem Bulldozer gilt, hier gleichwertig neben dem Architekten im Golf Resort genannt wird. Stark! In manchem sogenannten „Leading Golf Club“ weiß das Personal im Sekretariat nicht mal, wer den Platz entworfen hat - geschweige denn, dass man auf der Website etwas dazu findet. Hier dagegen wird das Design-Team gefeiert, zu Recht.
Schon beim ersten Abschlag fühlt man sich wie in Surrey oder Yorkshire - oder gar in Saint Germain. Davison hat die klassischen Designelemente nicht einfach kopiert, sondern sie geschickt an das Gelände angepasst. McShanes Handschrift sieht man in den Bunkern: Kanten wie von Wind und Wasser geformt, ganz natürlich eingebettet in den sandigen Boden - top gemacht.
Die ersten Löcher
Der Platz beginnt solide, aber noch ohne Feuerwerk. An Bahn 2 wirds spannend: Directional Bunker erzeugen visuelle Täuschungen, das Grün wird rechts von einem Creek und links von Wasser verteidigt. Spätestens hier merkt man: Hier ist ein Meisterwerk gelungen.
Loch 3 ist ein geschwungenes Par 5 mit Rescue-Bunkern im Knick der S-Kurve. Die 4 bietet ein Par 3 mit erhöhten Teeboxen im Stufenstil - klassische Linienführung. Danach folgt ein Dogleg links, bei dem der Drive auf die linke Seite gelenkt werden muss, um nicht beim Approach von Bäumen blockiert zu werden. Das folgende Dogleg rechts sieht harmlos aus, hats aber in sich: Das zweistufige Grün ist knifflig, vor allem bei Fahnenposition links oben.
Loch 7 erinnert stilistisch an Harry S. Colt, auch wenn das Grün niedriger liegt als früher üblich. Die Frontbunker verdecken die Landezone ein echter Klassiker. Die 8 umspielt einen Teich, das Grün ist nur über einen schmalen Landzug erreichbar, ein schöner Appetizer für die spektakuläre 9.
Loch 9 ist ein C-förmiges Par 4 entlang des großen Sees. Nur Bryson DeChambeau würde übers Wasser direkt aufs Grün zielen. Alle anderen müssen Risiko und Belohnung geschickt abwägen, sowohl beim Drive, als auch beim zweiten Schlag. Das kleine Grün am Seeufer ist schwer zu treffen.
Die zweiten Neun
Nach dem Turn gehts an der 10 wieder in den Wald. Die Bunker mit ihrer rauen Oberkante fangen auch leicht verzogene Bälle ab. Die 12 ist ein Par 3 auf ein erhöhtes Grün, dessen Konturen man vom Abschlag nicht komplett sieht - clever gemacht.
Unsere Signature Holes
Die 13 setzt optisch bekannte Akzente durch optische Täuschungen: Directional Bunker stehen im Knick wie bei Colt üblich in einer Linie mit den Grünbunkern, so dass man die Entfernungen schwer abschätzen kann. Und die 14? Gehört definitiv in die Sammlung „Greatest Par 3s“: Das Grün liegt in einer hängenden Lichtung, eingerahmt von Wald, scheinbar geschützt von einem Bunker, der tatsächlich 40 Meter vorgelagert ist - ein echtes Highlight.
Schlusslöcher
Nach dem kurzen Par 4 auf der 15 spielt sich die 16 als knackiges Dogleg rechts mit erhöhtem Grün. Die Bunker liegen wieder optisch versetzt vor dem Grün - Old School und trotzdem modern.
Loch 17 liefert den besten Ausblick der Runde: Vom erhöhten Tee schaut man auf ein S-förmiges Dogleg im Tal. In der Landezone für Longhitter liegen typische MacKenzie-Querwellen im Fairway. Der zweite Schlag hat es in sich: Rechts Wasser und links Bäume. Strategisch und optisch ein Top-Loch.
Finale
Die 18 ist ein starker Abschluss. Ein langes Par 4, ein Dogleg links, bei dem Länge und Präzision beim Drive Pflicht sind. Wer zu kurz ist, hat eine Kiefer vor dem Grün im Weg. Links lauert noch ein Teich. Besser als Bogey zu spielen, ist hier echtes Handwerk. Vom Clubhaus wirkt das Inselgrün des Legends Course nebenan zwar spektakulärer, spielerisch bietet die 18 vom Heritage aber deutlich mehr.
Bewertung
Auch nach den RED-Kriterien von Geoff Shackelford (Remember – Every Day – Dogwalk) gibts von uns Bestnoten. Wir erinnern uns an jedes Loch - ein gutes Zeichen. Und wenn wir nur noch diesen Platz jeden Tag spielen müssten: kein Problem! Und selbst ohne Hundebegleitung lohnt sich hier der Spaziergang durch die Natur.
Nächstes Mal spielen wir lieber zweimal den Heritage Course im Penati Resort.
Elvis lebt sagt man in der Musikbranche. Nach unserer Runde auf dem Heritage Course im Penati Resort würden wir sagen: Alister MacKenzie und Harry S. Colt leben auch noch.
Eigentlich sind wir keine Fans von Golfplätzen, die berühmte Löcher einfach nachbauen. Oft wirkt das aufgesetzt, World Tour Golf Links in Myrtle Beach ist da ein abschreckendes Beispiel. Aber hier in Penati ist es anders. Nach der Runde hatten wir das Gefühl: Wer hier gespielt hat, ist für andere Plätze ein Stück weit verdorben. Warum werden die Elemente der Altmeister nicht öfter studiert und sinnvoll eingebunden? Die Top-Architekten weltweit tun es längst.
Architektur und Shaping
Jonathan Davison war uns bisher kein Begriff trotz gut sortierter Golfarchitektur-Bibliothek. Umso bemerkenswerter, dass der kürzlich verstorbene Shaper Mick McShane , der als Michelangelo auf dem Bulldozer gilt, hier gleichwertig neben dem Architekten im Golf Resort genannt wird. Stark! In manchem sogenannten „Leading Golf Club“ weiß das Personal im Sekretariat nicht mal, wer den Platz entworfen hat - geschweige denn, dass man auf der Website etwas dazu findet. Hier dagegen wird das Design-Team gefeiert, zu Recht.
Schon beim ersten Abschlag fühlt man sich wie in Surrey oder Yorkshire - oder gar in Saint Germain. Davison hat die klassischen Designelemente nicht einfach kopiert, sondern sie geschickt an das Gelände angepasst. McShanes Handschrift sieht man in den Bunkern: Kanten wie von Wind und Wasser geformt, ganz natürlich eingebettet in den sandigen Boden - top gemacht.
Die ersten Löcher
Der Platz beginnt solide, aber noch ohne Feuerwerk. An Bahn 2 wirds spannend: Directional Bunker erzeugen visuelle Täuschungen, das Grün wird rechts von einem Creek und links von Wasser verteidigt. Spätestens hier merkt man: Hier ist ein Meisterwerk gelungen.
Loch 3 ist ein geschwungenes Par 5 mit Rescue-Bunkern im Knick der S-Kurve. Die 4 bietet ein Par 3 mit erhöhten Teeboxen im Stufenstil - klassische Linienführung. Danach folgt ein Dogleg links, bei dem der Drive auf die linke Seite gelenkt werden muss, um nicht beim Approach von Bäumen blockiert zu werden. Das folgende Dogleg rechts sieht harmlos aus, hats aber in sich: Das zweistufige Grün ist knifflig, vor allem bei Fahnenposition links oben.
Loch 7 erinnert stilistisch an Harry S. Colt, auch wenn das Grün niedriger liegt als früher üblich. Die Frontbunker verdecken die Landezone ein echter Klassiker. Die 8 umspielt einen Teich, das Grün ist nur über einen schmalen Landzug erreichbar, ein schöner Appetizer für die spektakuläre 9.
Loch 9 ist ein C-förmiges Par 4 entlang des großen Sees. Nur Bryson DeChambeau würde übers Wasser direkt aufs Grün zielen. Alle anderen müssen Risiko und Belohnung geschickt abwägen, sowohl beim Drive, als auch beim zweiten Schlag. Das kleine Grün am Seeufer ist schwer zu treffen.
Die zweiten Neun
Nach dem Turn gehts an der 10 wieder in den Wald. Die Bunker mit ihrer rauen Oberkante fangen auch leicht verzogene Bälle ab. Die 12 ist ein Par 3 auf ein erhöhtes Grün, dessen Konturen man vom Abschlag nicht komplett sieht - clever gemacht.
Unsere Signature Holes
Die 13 setzt optisch bekannte Akzente durch optische Täuschungen: Directional Bunker stehen im Knick wie bei Colt üblich in einer Linie mit den Grünbunkern, so dass man die Entfernungen schwer abschätzen kann. Und die 14? Gehört definitiv in die Sammlung „Greatest Par 3s“: Das Grün liegt in einer hängenden Lichtung, eingerahmt von Wald, scheinbar geschützt von einem Bunker, der tatsächlich 40 Meter vorgelagert ist - ein echtes Highlight.
Schlusslöcher
Nach dem kurzen Par 4 auf der 15 spielt sich die 16 als knackiges Dogleg rechts mit erhöhtem Grün. Die Bunker liegen wieder optisch versetzt vor dem Grün - Old School und trotzdem modern.
Loch 17 liefert den besten Ausblick der Runde: Vom erhöhten Tee schaut man auf ein S-förmiges Dogleg im Tal. In der Landezone für Longhitter liegen typische MacKenzie-Querwellen im Fairway. Der zweite Schlag hat es in sich: Rechts Wasser und links Bäume. Strategisch und optisch ein Top-Loch.
Finale
Die 18 ist ein starker Abschluss. Ein langes Par 4, ein Dogleg links, bei dem Länge und Präzision beim Drive Pflicht sind. Wer zu kurz ist, hat eine Kiefer vor dem Grün im Weg. Links lauert noch ein Teich. Besser als Bogey zu spielen, ist hier echtes Handwerk. Vom Clubhaus wirkt das Inselgrün des Legends Course nebenan zwar spektakulärer, spielerisch bietet die 18 vom Heritage aber deutlich mehr.
Bewertung
Auch nach den RED-Kriterien von Geoff Shackelford (Remember – Every Day – Dogwalk) gibts von uns Bestnoten. Wir erinnern uns an jedes Loch - ein gutes Zeichen. Und wenn wir nur noch diesen Platz jeden Tag spielen müssten: kein Problem! Und selbst ohne Hundebegleitung lohnt sich hier der Spaziergang durch die Natur.
Nächstes Mal spielen wir lieber zweimal den Heritage Course im Penati Resort.
2025


























