Einordnung und Turniergeschichte
Evian ist offenbar die Lieblingsstation der Ladies European Tour – und nach unserer Runde wissen wir auch warum. Der Platz ist schmal, anspruchsvoll und wie geschaffen für Präzisionsspielerinnen und -spieler. Kein Zufall also, dass hier nicht nur regelmäßig LET-Turniere stattfinden, sondern mit der Amundi Evian Championship auch eines der fünf Major-Turniere im Damengolf seine feste Heimat hat.
Auf unserer Herbstreise 2024 nach Norditalien bestand daher meine Frau Kristina darauf, endlich mal Evian zu spielen – eine Entscheidung, die sich als absolut richtig erwiesen hat.
Lage und Golfregion Genfer See
Der Platz liegt auf der französischen Südseite des Genfer Sees, fast gegenüber dem Pete-Dye-Platz Domain Imperial. Zusammen mit den Anlagen rund um den Genfer See, also Genève, Lausanne, Montreux, Lavaux und Crans-sur-Sierre zählt die Region zu den attraktivsten Golfdestinationen Kontinentaleuropas – auch wenn die Entfernungen zwischen den Plätzen teils größer sind.
Auf der französischen Seite ist neben Evian besonders der Robert Trent Jones Jr. Platz Bossey südlich von Genf empfehlenswert. Insgesamt bietet das Südufer ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als die Schweizer Nordseite.
Ankunft und Atmosphäre
Schon die Auffahrt zum auf einem Höhenrücken gelegenen Clubhaus ist eindrucksvoll. Man passiert mehrere Spielbahnen und Grüns und ahnt früh, was einen erwartet. Die Turnierdekorationen der LET scheinen hier nahezu dauerhaft installiert – völlig zu Recht, denn der Club kann stolz darauf sein, ein Major auszurichten.
Auch einige Regenschauer während unserer Herbstrunde konnten den Spielspaß nicht trüben. Der Platz liegt am Hang oberhalb des Sees, Drainage und Spielfluss funktionierten tadellos.
Front Nine – Präzision von Beginn an
Bereits Loch 1 eröffnet mit einem nicht allzu breiten Fairway. Auf Bahn 2 folgt ein echtes Highlight: ein spektakulärer Blick auf den Genfer See und ein Zielschuss auf ein zwei Stockwerke tiefes liegendes, kleines Grün, das nach allen Seiten abfällt – ohne Proberunde eine echte Aufgabe. Gut, dass hinter dem Grün eine ganze Batterie an Saving Bunkern zu lange Bälle einsammelt.
Erholung gibt es nicht. Auch Bahn 3 fordert volle Konzentration: ein hängendes Fairway, flankiert von Bunkern, und ein Grün, das keinesfalls zur Talseite verfehlt werden sollte. Dieser Waldkorridor setzt sich fort, und spätestens auf Bahn 6 wird klar: hängende Fairways sind hier ein zentrales Designelement. Die ideale Landezone liegt fast immer auf der Bergseite – was die ohnehin schmalen Bahnen noch anspruchsvoller macht.
Das lange Par 3 der 5 mit komplettem Wasserüberflug und mehrstufigem Grün sowie das cleane, elegant gestaltete Par 3 der 8 runden eine fordernde erste Platzhälfte ab. Die 9, ein langes Par 5, verlangt erneut Präzision auf einem hängenden Fairway und einen klugen Zielpunkt auf ein kleines, balliges Grün.
Back Nine – Dramaturgie am Hang
Ab Loch 10 geht es bergab Richtung See, teilweise über Verkehrswege in angrenzende Grundstücke. Am Dogleg der 11 warten gleich fünf Fairwaybunker auf unpräzise Drives, während das Grün vergleichsweise „bescheiden“ mit nur vier Bunkern verteidigt ist.
Die folgenden Bahnen kombinieren hängende Fairways, strategisch gestaffelte Fairwaybunker und schmale Zielgrüns. Besonders eindrucksvoll ist das 233 Meter lange Par 3 der 14, ein echter Prüfstein selbst für Profis.
Die 16 verlangt höchste Präzision: ein kurzes, schmales Grün, verteidigt durch Wasser – bei Wind und schwieriger Fahnenposition eine echte Nervenprobe. Die 18 als Par 5 bietet schließlich Turnierdramaturgie pur. Longhitterinnen können das Grün in zwei Schlägen erreichen, doch der Schlag über Wasser erfolgt meist aus Schräglage – alles andere als trivial.
Architektur und Design
Die von Cabell Robinson entworfenen Bunker sind nicht nur strategisch exzellent platziert, sondern auch ästhetisch herausragend. Die tiefgezogenen, abgerundeten Kanten erinnern stark an seine Arbeit in Finca Cortesin – ebenfalls eine prominente Bühne für Damengolf (Solheim Cup 2023).
Viele Grüns sind erhöht, fallen zu mehreren Seiten ab und werden durch Auslaufzonen oder Bunker ergänzt. Der Platz verzeiht kleine Fehler, zwingt aber fast immer zu einer schwierigen Lösung im nächsten Schlag.
Fazit
Der Championship Course des Evian Resorts ist in jeder Hinsicht eine würdige Major-Location. Der Platz fordert präzises, strategisches Golf, belohnt gutes Spiel und bietet zugleich ein spektakuläres Landschaftsbild mit Blick auf den Genfer See. Für Profis wie für ambitionierte Amateure spielt sich Evian herausfordernd, fair und außerordentlich unterhaltsam.
Einordnung und Turniergeschichte
Evian ist offenbar die Lieblingsstation der Ladies European Tour – und nach unserer Runde wissen wir auch warum. Der Platz ist schmal, anspruchsvoll und wie geschaffen für Präzisionsspielerinnen und -spieler. Kein Zufall also, dass hier nicht nur regelmäßig LET-Turniere stattfinden, sondern mit der Amundi Evian Championship auch eines der fünf Major-Turniere im Damengolf seine feste Heimat hat.
Auf unserer Herbstreise 2024 nach Norditalien bestand daher meine Frau Kristina darauf, endlich mal Evian zu spielen – eine Entscheidung, die sich als absolut richtig erwiesen hat.
Lage und Golfregion Genfer See
Der Platz liegt auf der französischen Südseite des Genfer Sees, fast gegenüber dem Pete-Dye-Platz Domain Imperial. Zusammen mit den Anlagen rund um den Genfer See, also Genève, Lausanne, Montreux, Lavaux und Crans-sur-Sierre zählt die Region zu den attraktivsten Golfdestinationen Kontinentaleuropas – auch wenn die Entfernungen zwischen den Plätzen teils größer sind.
Auf der französischen Seite ist neben Evian besonders der Robert Trent Jones Jr. Platz Bossey südlich von Genf empfehlenswert. Insgesamt bietet das Südufer ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als die Schweizer Nordseite.
Ankunft und Atmosphäre
Schon die Auffahrt zum auf einem Höhenrücken gelegenen Clubhaus ist eindrucksvoll. Man passiert mehrere Spielbahnen und Grüns und ahnt früh, was einen erwartet. Die Turnierdekorationen der LET scheinen hier nahezu dauerhaft installiert – völlig zu Recht, denn der Club kann stolz darauf sein, ein Major auszurichten.
Auch einige Regenschauer während unserer Herbstrunde konnten den Spielspaß nicht trüben. Der Platz liegt am Hang oberhalb des Sees, Drainage und Spielfluss funktionierten tadellos.
Front Nine – Präzision von Beginn an
Bereits Loch 1 eröffnet mit einem nicht allzu breiten Fairway. Auf Bahn 2 folgt ein echtes Highlight: ein spektakulärer Blick auf den Genfer See und ein Zielschuss auf ein zwei Stockwerke tiefes liegendes, kleines Grün, das nach allen Seiten abfällt – ohne Proberunde eine echte Aufgabe. Gut, dass hinter dem Grün eine ganze Batterie an Saving Bunkern zu lange Bälle einsammelt.
Erholung gibt es nicht. Auch Bahn 3 fordert volle Konzentration: ein hängendes Fairway, flankiert von Bunkern, und ein Grün, das keinesfalls zur Talseite verfehlt werden sollte. Dieser Waldkorridor setzt sich fort, und spätestens auf Bahn 6 wird klar: hängende Fairways sind hier ein zentrales Designelement. Die ideale Landezone liegt fast immer auf der Bergseite – was die ohnehin schmalen Bahnen noch anspruchsvoller macht.
Das lange Par 3 der 5 mit komplettem Wasserüberflug und mehrstufigem Grün sowie das cleane, elegant gestaltete Par 3 der 8 runden eine fordernde erste Platzhälfte ab. Die 9, ein langes Par 5, verlangt erneut Präzision auf einem hängenden Fairway und einen klugen Zielpunkt auf ein kleines, balliges Grün.
Back Nine – Dramaturgie am Hang
Ab Loch 10 geht es bergab Richtung See, teilweise über Verkehrswege in angrenzende Grundstücke. Am Dogleg der 11 warten gleich fünf Fairwaybunker auf unpräzise Drives, während das Grün vergleichsweise „bescheiden“ mit nur vier Bunkern verteidigt ist.
Die folgenden Bahnen kombinieren hängende Fairways, strategisch gestaffelte Fairwaybunker und schmale Zielgrüns. Besonders eindrucksvoll ist das 233 Meter lange Par 3 der 14, ein echter Prüfstein selbst für Profis.
Die 16 verlangt höchste Präzision: ein kurzes, schmales Grün, verteidigt durch Wasser – bei Wind und schwieriger Fahnenposition eine echte Nervenprobe. Die 18 als Par 5 bietet schließlich Turnierdramaturgie pur. Longhitterinnen können das Grün in zwei Schlägen erreichen, doch der Schlag über Wasser erfolgt meist aus Schräglage – alles andere als trivial.
Architektur und Design
Die von Cabell Robinson entworfenen Bunker sind nicht nur strategisch exzellent platziert, sondern auch ästhetisch herausragend. Die tiefgezogenen, abgerundeten Kanten erinnern stark an seine Arbeit in Finca Cortesin – ebenfalls eine prominente Bühne für Damengolf (Solheim Cup 2023).
Viele Grüns sind erhöht, fallen zu mehreren Seiten ab und werden durch Auslaufzonen oder Bunker ergänzt. Der Platz verzeiht kleine Fehler, zwingt aber fast immer zu einer schwierigen Lösung im nächsten Schlag.
Fazit
Der Championship Course des Evian Resorts ist in jeder Hinsicht eine würdige Major-Location. Der Platz fordert präzises, strategisches Golf, belohnt gutes Spiel und bietet zugleich ein spektakuläres Landschaftsbild mit Blick auf den Genfer See. Für Profis wie für ambitionierte Amateure spielt sich Evian herausfordernd, fair und außerordentlich unterhaltsam.
2018












