Architekten

  • Karl F. Grohs

Unsere Bewertung

Platzdesign

Landschaft

Der Golfplatz Bad Münstereifel liegt im hügeligen Gelände rund um den Stockert. Die Bahnen sind nicht besonders lang; die eigentliche Herausforderung entsteht durch die zahlreichen und teilweise starken Schräglagen. Die geneigten Fairways beeinflussen sowohl die Landezone als auch die Lage für den nächsten Schlag erheblich.

Abschläge und Sichtachsen

Problematischer ist die Gestaltung vieler Abschläge. Fast alle Bahnen beginnen blind, sodass auf der Teebox häufig lediglich ein Richtungsstab die Spielrichtung vorgibt. Teilweise bleibt auch das Grün nach dem Überwinden des ersten Hügels zunächst unsichtbar. Dass einige Direction-Bunker von den Abschlägen aus ebenfalls nicht zu erkennen sind, erschwert die Orientierung zusätzlich.

Die Grünverteidigung fällt dagegen meist zurückhaltend aus. Häufig liegt unmittelbar vor dem Grün ein mehr oder weniger ausgeprägtes kleines Tal, in dem zu kurz gespielte Bälle im Hang zum Liegen kommen. Die sichtbaren Fairwaybunker übernehmen überwiegend die Funktion von Safebunkern: Sie fangen Bälle auf, die von den stark geneigten Fairways ablaufen.

Platzarchitektur

Gerade diese Neigung führt zu einem wiederkehrenden Muster. Unabhängig von Richtung und Länge des Drives sammeln sich die Bälle häufig in derselben Zone – meist am unteren Rand des Fairways, vor einer Hecke oder einer Penalty Area. Damit verliert die Schräglage einen Teil ihres strategischen Reizes: Sie wird eher zu einer Frage der Ballkontrolle als zu einem Element, das unterschiedliche Spielwege eröffnet.

Hinzu kommen zahlreiche Markierungen und Sicherheitseinrichtungen. Auf manchen Bahnen stehen auf einer Seite weiße und auf der anderen blaue Pfähle; dazu kommen Richtungspfähle und die Glocken an mehreren Löchern. Die vielen visuellen Hinweise wirken weniger wie Bestandteile eines klar lesbaren Designs als wie notwendige Orientierungshilfen für ein Layout, das sich nicht immer selbst erklärt.

Routing und Wegeführung

Die deutlichste Schwäche liegt für uns im Routing. Mehrfach befindet sich das Grün einer Bahn unmittelbar neben der Drive-Landezone der folgenden Bahn. Dadurch muss man nach dem Putten zunächst ein Stück zurücklaufen, bevor der Weg zum nächsten Abschlag wieder in die richtige Richtung führt.

Besonders deutlich wird das an den Bahnen 14 und 15. Von der 14 spielt man rund 30 Meter bergab auf ein tiefer gelegenes Grün der PAR 3 Bahn. Auf dem anschließenden Weg kommt man am Abschlag der 15 vorbei, sodass sich der Drive der nächsten Bahn zunächst anbietet. Nach dem Putten geht es jedoch wieder den Berg hinauf zum Abschlag beziehungsweise zur Landezone. Solche gegenläufigen Wege kosten nicht nur Zeit, sondern unterbrechen auch den Spielfluss.

Landschaftliches Umfeld

Die Aussicht ist nett, kann aber diese architektonischen Schwächen nur teilweise ausgleichen. Von einigen Stellen sieht man auf die katholische Pfarrkirche St. Margareta oder auf den denkmalgeschützten Astropeiler Stockert aus dem Jahr 1956. Das sind interessante Orientierungspunkte in der Landschaft, prägen die Runde aber nicht in dem Maße, dass sie die Schwächen des Layouts kompensieren würden.

Fazit

Die hügelige Landschaft hätte zahlreiche Möglichkeiten für ein abwechslungsreiches Routing geboten. Aus unserer Sicht werden diese Möglichkeiten jedoch nicht konsequent genutzt. Zu viele blinde Bahnen, wiederkehrende Schräglagen und vor allem die teilweise umständliche Wegeführung beeinträchtigen den Spielfluss. Bei einigen Löchern entsteht tatsächlich der Eindruck, dass die Bahnen in das vorhandene Gelände eingepasst wurden, statt dass Gelände und Routing eine überzeugende Einheit bilden.

Der Golfplatz Bad Münstereifel liegt im hügeligen Gelände rund um den Stockert. Die Bahnen sind nicht besonders lang; die eigentliche Herausforderung entsteht durch die zahlreichen und teilweise starken Schräglagen. Die geneigten Fairways beeinflussen sowohl die Landezone als auch die Lage für den nächsten Schlag erheblich.

Abschläge und Sichtachsen

Problematischer ist die Gestaltung vieler Abschläge. Fast alle Bahnen beginnen blind, sodass auf der Teebox häufig lediglich ein Richtungsstab die Spielrichtung vorgibt. Teilweise bleibt auch das Grün nach dem Überwinden des ersten Hügels zunächst unsichtbar. Dass einige Direction-Bunker von den Abschlägen aus ebenfalls nicht zu erkennen sind, erschwert die Orientierung zusätzlich.

Die Grünverteidigung fällt dagegen meist zurückhaltend aus. Häufig liegt unmittelbar vor dem Grün ein mehr oder weniger ausgeprägtes kleines Tal, in dem zu kurz gespielte Bälle im Hang zum Liegen kommen. Die sichtbaren Fairwaybunker übernehmen überwiegend die Funktion von Safebunkern: Sie fangen Bälle auf, die von den stark geneigten Fairways ablaufen.

Platzarchitektur

Gerade diese Neigung führt zu einem wiederkehrenden Muster. Unabhängig von Richtung und Länge des Drives sammeln sich die Bälle häufig in derselben Zone – meist am unteren Rand des Fairways, vor einer Hecke oder einer Penalty Area. Damit verliert die Schräglage einen Teil ihres strategischen Reizes: Sie wird eher zu einer Frage der Ballkontrolle als zu einem Element, das unterschiedliche Spielwege eröffnet.

Hinzu kommen zahlreiche Markierungen und Sicherheitseinrichtungen. Auf manchen Bahnen stehen auf einer Seite weiße und auf der anderen blaue Pfähle; dazu kommen Richtungspfähle und die Glocken an mehreren Löchern. Die vielen visuellen Hinweise wirken weniger wie Bestandteile eines klar lesbaren Designs als wie notwendige Orientierungshilfen für ein Layout, das sich nicht immer selbst erklärt.

Routing und Wegeführung

Die deutlichste Schwäche liegt für uns im Routing. Mehrfach befindet sich das Grün einer Bahn unmittelbar neben der Drive-Landezone der folgenden Bahn. Dadurch muss man nach dem Putten zunächst ein Stück zurücklaufen, bevor der Weg zum nächsten Abschlag wieder in die richtige Richtung führt.

Besonders deutlich wird das an den Bahnen 14 und 15. Von der 14 spielt man rund 30 Meter bergab auf ein tiefer gelegenes Grün der PAR 3 Bahn. Auf dem anschließenden Weg kommt man am Abschlag der 15 vorbei, sodass sich der Drive der nächsten Bahn zunächst anbietet. Nach dem Putten geht es jedoch wieder den Berg hinauf zum Abschlag beziehungsweise zur Landezone. Solche gegenläufigen Wege kosten nicht nur Zeit, sondern unterbrechen auch den Spielfluss.

Landschaftliches Umfeld

Die Aussicht ist nett, kann aber diese architektonischen Schwächen nur teilweise ausgleichen. Von einigen Stellen sieht man auf die katholische Pfarrkirche St. Margareta oder auf den denkmalgeschützten Astropeiler Stockert aus dem Jahr 1956. Das sind interessante Orientierungspunkte in der Landschaft, prägen die Runde aber nicht in dem Maße, dass sie die Schwächen des Layouts kompensieren würden.

Fazit

Die hügelige Landschaft hätte zahlreiche Möglichkeiten für ein abwechslungsreiches Routing geboten. Aus unserer Sicht werden diese Möglichkeiten jedoch nicht konsequent genutzt. Zu viele blinde Bahnen, wiederkehrende Schräglagen und vor allem die teilweise umständliche Wegeführung beeinträchtigen den Spielfluss. Bei einigen Löchern entsteht tatsächlich der Eindruck, dass die Bahnen in das vorhandene Gelände eingepasst wurden, statt dass Gelände und Routing eine überzeugende Einheit bilden.

2016

MJK

Schnappschüsse

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