Bunker
Bunker
Ursprüngliche Plätze in England, Schottland und Irland weisen im Durchschnitt 150 bis 200 Bunker auf. Allein die 18. Bahn von Royal County Down ist von 18 Bunkern eingerahmt.
Moderne Plätze, vor allem in den USA, bieten meist zwischen 80 und 100 Bunkern. Doch es geht auch mit deutlich weniger: Augusta National kommt heute mit rund 40 aus – ursprünglich waren es sogar nur 26.
Zeitgemäßes Design im Zeichen des Klimawandels geht noch einen Schritt weiter: St Patrick’s Links von Tom Doak im Rosapenna Resort kommt völlig ohne Bunker aus. Stattdessen prägen natürliche Waste Areas das Bild – oder anders gesagt: In den Dünen wächst eben nicht überall Gras, und neben den Fairways finden sich immer wieder größere kahle Sandflächen. Ein großartiges Beispiel dafür, wie Natürlichkeit spannender sein kann als künstliche Perfektion.
Bunker-Typen
Nach Robert Trent Jones Jr. in Golf by Design (Little, Brown & Co., Boston 1993) kann man die folgenden Typen von Bunkern unterscheiden.

Carry Bunker
Flache Bunker zum Überspielen, die ins Fairway ragen und meist kurz vor der Drive-Landezone enden. Ein Schlag zu kurz ist hier selten eine gute Idee, zu lang dagegen meist kein Problem.

Face Bunker
Teil des Grünbunker-Komplexes, „blickt“ direkt auf den Spieler. Kann die Tiefe und Entfernung des Grüns optisch verzerren – besonders heikel bei einem abfallenden Grün wie in Augusta.
Waste Bunker / Waste Areas
Große, flache Sandflächen, oft unregelmäßig gepflegt. Ob man den Schläger aufsetzen darf, hängt vom Regelwerk ab – siehe Whistling Straits, wo Dustin Johnson 2010 die PGA Championship an Martin Kaymer verlor.
Waste Areas bestehen meist aus natürlichem Sand mit Grasinseln oder Sträuchern – etwa die berühmten „Cookies“ von Pete Dye auf Kiawah Island oder die grünen Stege in Oakmont, die an Kirchenbänke erinnern.
Wast Areas sparen Wasser, senken Pflegekosten und verbessern die CO₂-Bilanz – ein Pluspunkt moderner, nachhaltiger Platzgestaltung.
Gras-Bunker
Auf neueren Plätzen häufiger zu sehen: mit Rough bewachsene, tiefe Senken, die oft unangenehmer sind als Sandbunker. Manche behaupten, sie seien vor allem pflegeleicht – aber Architekten wie Martin Hawtree setzen sie bewusst als strategisches Element ein, wie z. B. in Trump Aberdeen.
Gelungener Grünbunker-Komplex
in Bad Griesbach zeigt, wie’s auch geht: Nur ein Definition Bunker auf dem Fairway ist vom Abschlag aus sichtbar, weitere Bunker liegen geschickt verdeckt in der Topografie ums Grün – ein Meisterstück von Bernhard Langer und Kurt Rossknecht.























